Gemeinde Bad Kleinkirchheim

Sagen der Heimat

Die Gemeindechronik von Bad Kleinkirchheim kann im Gemeindeamt erworben werden. Anfragen richten Sie bitte an Frau Gruber Sigrid.

 

das Lindenkreuz

(...) Ein Bauer aus Zirkitzen hatte sechs Mäuler zu stopfen. Doch einmal gab es eine Missernte, denn Regen und Schnee hatten nichts reifen lassen. Und Geld hatte jener Bauer auch keines, weil die Grundherren von Millstatt sehr viel Tribut verlangten. Bem Bauer tat sein Elend bitter weh, weil er seiner Familie nicht mehr helfen konnte. Darum entschloss er sich knapp vor Allerheiligen in die Fremde zu ziehen. Draußen in den anderen Tälern soll es besser gehen, hatte er von Wanderern gehört. Nur bis Weihnachten wollte er ausbleiben und Geld verdienen.
Doch der Schmerz des Abschiedes wollte der Bauer seinen Leuten ersparen. So schlich er in der nächsten Vollmondnacht leise aus dem Haus und den Bergweg hinunter, dem schmalen Talsträßlein zu. Nur wenn die an der Seite wachsenden Dornenbüsche jäh an seinem Rock zerrten, zuckte er jäh zusammen, und es fiel ihm wieder ein, dass er eigentlich wie ein Fliehender die Seinen im Stich lasse.
Der Bauer kam bald zur letzten Kehre des Bergweges, von der aus er bereits die graue Straße sah. Wo der Weg in die Straße einmündete, merkte er unter der alten Linde ein lustiges Feuer und daneben hantierten drei wunderliche Gestalten. Langsam schlich der Bauer näher. Ab und zu vernahm er ein plumpes Krachen und darauf ein lautes, höhnendes Gelächter. (...)

der schwarze Wutzel

Einmal ging ein Unterwirtknecht hinauf zum Bartl brenteln. Als er unter dem Afritzerbühel die Straße überqueren wollte, lag mitten auf dem Kreuzweg ein schwarzer Wutzel. Weil dieses schwarze Etwas dem Nachtwandler lästig schien, stieß er mit der Schuhspitze daran und zischte: "Gehst du weg da, du schiacher Wutzel!" In diesem Augenblick sprang der Wutzel auf und entpuppte sich als unheimliche Menschengestalt. Mit seinen Händen ergriff er den Knecht am Rockkragen und unteren Rockzipfel und schrie: "Wannst a Schneid hast, dann gehst mit mir ringen!"
Oh ja, Schneid hatte der Unterwirtknecht immer. Auch er griff fest zu, fuhr aber dabei seinem unheimlichen Gegner über den Buckel. Als er merkte, dass der Rücken hohl war, wusste er, dass er es mit dem Teufel zu tun hatte. (...)

der Mettenwächter

(...) Während der Bauer die große Stallaterne anzündete, um seinen Leuten auf dem Weg ins Dorf zu leuchten, befahl er noch einmal dem Knecht: "Aber das eine sag ich dir, Jakob, schlaf mir ja nicht ein, und horch auf jeden Laut! Wenn du vor Mitternacht verschläfst, kommt der Teufel und wirft unter jeden Vierling Trad eine Handvoll Unkrautsamen. Wenn dich der Schlaf überkommen soll, dann denk daran, dass drunten im Koflach ein Knecht aus einem solchen Schlaft nicht wieder erwacht ist. Geh ja nicht in den Stall! Wenn heute um Mitternacht die Tiere reden, hörst du nur deine eigene Schand und dein eigenes Verderben. Bet und iss, und die Zeit wird dir nicht langweilig werden, bis wir wieder kommen!" (...)

 

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